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Am nächsten Morgen wachte ich in Bills Armen auf. Er war schon wach, aber noch nicht aufgestanden, sondern hatte mich sanft wach geküsst. “Morgen Süße. Wir müssen aufstehen!” Wie abgemacht, hämmerte in diesem Moment David an die Türe, mit der unvorhersehbaren Nachricht, dass wir aufstehen sollen und in zehn Minuten fix und fertig am Frühstück sein. Ich stand auf und sah Bill betrübt an. “Dann wird’s wohl wieder nichts mit dem gemeinsamen Duschen, naja ich mach mal schnell.” Bill folgte mir ins Bad um sich zeitgleich seine Haare und Schminke zu machen. Und obwohl wir uns echt beeilten schafften wir es wieder nicht rechtzeitig fertig zu werden. Mit sage und schreibe zehn Minuten Verspätung verließen wir unser Zimmer, zeitgleich öffnete sich auch die Türe zu Tom Zimmer und heraus kam… ”Sarah!” “Morgen ihr Süßen. Tom kommt auch gleich.” Ich ging zu ihr hin “Was machst du dennnoch hier?” “Nach was sieht’s denn aus?” “Ihr habt…?” “Ja und? Ich konnte das Angebot einfach nicht ausschlagen. Ich werde jetzt noch mit euch frühstücken und dann bin ich wieder weg.” Ich zog sie mit mir nach unten. “Und? Jetzt red schon!” Sie grinste mich verträumt an. “Geil! Einfach genial! Aber das solltest du doch wissen…!” “Nee … hat sich noch nicht … ergeben.” “Wieso?” “So halt.” “Hey ihr zwei Süßen, wartet ihr mal auf uns?” Das war Tom, der uns mit Bill zusammen hinterherlief. Sarah begrüßte Tom mit einem ausgedehnten Kuss, während Bill seine Arme um mich legte. “Worüber haben die Damen denn spannendes getuschelt?” “Ach nichts besonderes. Mädchengespräche weißt du?” sagte ich zwinkernd. “Ah ja, ok.” sagte er zu mir und dann zu allen: “Kommt schon wir haben es eilig!”
David erwartete uns schon ungeduldig. Das Sarah mit dabei war, schien ihn nicht sonderlich zu überraschen. Wir setzten und zu ihm, Georg und Gustav und begannen zu essen. Als sie fertig war sagte Sarah: “Ich muss jetzt wirklich. Meine Mutter macht sich bestimmt schon Sorgen. Byebye!” Sie umarmte mich, gab Tom noch einen Kuss, dann war sie weg. “Mist!”, kam es gleich darauf von Tom. “Jetzt hab ich vergessen nach ihrer Nummer zu fragen. Die war aber auch wirklich süß!” “Ja, die is schon ne ganz liebe. Keine Sorge, ich hab ja ihre Nummer, aber die bekommst du nur, wenn du mir versprichst ihr in keinster Weise weh zu tun!” “Ja klar, mach ich nicht. Hab ich auch nicht vor. Auf keinen Fall nicht, nein! Gibst du sie mir jetzt?” “OK, aber sei gewarnt!” sagte ich mit gespielt strengem Ton zu ihm. Dann gab ich ihm due Nummer und er war happy.
Es wurde Zeit für uns zu gehen. “Euer Gepäck wird wahrscheinlich schon verstaut sein. Also los!” sagte David. Wir verließen den Essenssaal und gingen zum Ausgang raus, vor dem auch schon die Wagen standen. Zu meiner Überraschung sagte David zu mir: “Wenn du willst, darfst du zu den Jungs in den Bus, wer zu mir will, darf gerne zu mir.” Das ließ ich mir nicht zweimal sagen. Ich schnappte mir Bill und stieg ein. Die anderen drei beschlossen sich zu David zu setzen. Jetzt war ich happy. Bill und ich hatten den ganzen Bus für uns. Wir setzten uns in die hinterste Reihe und schon konnte die Fahrt losgehen. Ich kuschelte mich in Bills Arme, wo es so warm und gemütlich war, dass ich nur wenige Sekunden später einschlief.
Gegen Mittag wachte ich wieder auf. Der Bus hatte die Autobahn verlassen und fuhr auf den Parkplatz einer Tankstelle, auf der wir uns unser Mittagessen kaufen sollten. Als der Bus anhielt, befreite ich mich aus Bills Armen. Er schlief lächelnd und das sah soo schnuckelig aus. Ich küsste ihn und er wachte auf. “Hey!” dann sah er sich um, “oh gut, ich hab Hunger!” wir stiegen aus und warteten auf die anderen, die gerade auf den Parkplatz fuhren. Sie zogen jetzt alle ihre Kappen tief ins Gesicht und setzten sich Sonnenbrillen auf. Dann gingen wir in den Laden. “Oh man ey”, hörte ich Tom hinter mir sagen. “David, wie kannst du nur den ganzen Tag in diesem unbequemen Auto rumfahren? Ist ja schrecklich! Ich werde mich gleich wieder in den Bus setzen. Sorry ihr da vorne!” Ich bereute es jetzt ein wenig, dass ich die Fahrt am Morgen verschlafen hatte, aber ich war so müde gewesen.
Endlich hatten wir alles zusammen, bei den Jungs konnte man meinen, sie bräuchten Verpflegung für drei weitere Tage. David zahlte alles und wir gingen zurück zu den Wagen. Tom stieg mit Bill und mir in den Bus, Gustav und Georg gingen wieder zu David. Wieder auf der Autobahn wandte sich Tom an mich und fragte: “Glaubst du, ich soll Sarah mal anrufen?” “Weiß nicht. Hast du ihr was zu sagen?” “Joah, schon n bissl was *g*” “Ja, dann mach mal, aber lass mich erster ok?” “OK, hier bitte.” Tom gab mir sein Handy und ich wählte die Nummer von Sarah. Sie nahm ab. “Hey Maus, Ann hier!”

“Hay Süße! Von wo aus rufst du an?” “Äh … außem Bus, von Toms Handy. Hab ihm deine Nummer gegeben, ist das ok?” “Was ne Frage is en das? Klar is das ok! Gib mal bitte!” “Mach ich. Byebye hab dich lieb!” “Ich dich auch” “Tom, sie will mit dir reden, hier.” Tom nahm das Handy und begrüßte sie lieb. Dann fragte er sie, ob bei ihr zu Hause alles gut gelaufen wäre. Ich sah ihn gespannt an. Nach einer kurzen Pause sagte er “Gut” und nickte mir zu. Dann wurde das Gespräch uninteressant für mich und ich widmete mich lieber Bill.
Zwei Stunden später waren wir am Ziel und fuhren direkt zur Halle. Dort würden wir bis zum Konzert bleiben. Ich konnte es kaum glauben, Tom telefonierte noch immer, konnte man sich so viel zu erzählen haben? Anscheinend schon! Wir gingen in die Halle und die Band wurde sofort auf die Bühne gebeten. Ich gab Bill einen Kuss und wünschte ihm viel Spaß, dann drehte ich mich zu Tom, der sich gerade von Sarah verabschiedete. Ich versuchte ihm verständlich zu machen, dass ich noch kurz mit ihr reden wollte. Tom sagte: “Ok meine Kleine, ich muss jetzt wirklich auf die Bühne. Bleib noch dran, Ann möchte mit dir reden. Byebye *kiss*” Tom gab mir das Handy und verschwand Richtung Bühne.
“Hey du, na wie läuft’s bei euch?” fragte ich Sarah. “Einfach super. Er is so süß und so nett und einfach ganz anders, als ich gedacht hätte. Und das er sich noch mal meldet, damit hätte ich erstrecht nicht gerechnet. Nur schade, dass du die Einzige bist, die Bescheid weiß und Bescheid wissen darf. Hab versprochen das nicht rumzuerzählen. Bin ja froh, dass ich wenigstens jemanden hab, mit dem ich drüber reden kann. Das war echt super von dir, dass du ihm meine Nummer gegeben hast! Weißt du, ich wusste ja schon immer, dass er der Beste der Band für mich ist. Du weißt ja, dass ich eigentlich nur wegen ihm da war, an der Musik liegt mir ja weniger. Und jetzt, wo ich ihn richtig kennen gelernt hab, also was ich sagen will, ich mag ihn richtig gerne, wie ich ihn jetzt kenne. Das ist echt so super, dass du mich ihm vorgestellt hast. Danke, danke, danke! Du ich hät mal ne Frage. Fühlst du Tom ein bisschen auf den Zahn, wie er mich so findet?” Ich konnte mir das Lachen nicht mehr verkneifen. “Ja klar, kann ich machen, aber ich kann dir jetzt schon sagen, er findet dich echt süß und nett.” “Ja, aber das meinte ich nicht. Ob er mich auch mag, so richtig, weißt du?” “Ja ich weiß schon. Kein Problem, werd ich mal machen. Aber warum auch nicht? Ich mein, immerhin wollte er gleich deine Nummer. Ist ihm gerade eingefallen, als du weg warst!” “Echt?” “Ja klar!” “Du hör mal ich muss Schluss machen. Ich will heut Abend noch weg. Muss mich noch richten.” “Deine Ma lässt dich trotz letzter Nacht gehen?” “Jo, hab ihr erzählt, dass ich bei dir geschlafen hab und das wir die ganze Zeit geredet ham, dass wir gar nicht gemerkt haben wie die Zeit vergeht und sie deswegen vergessen hab, anzurufen, das hat sie als Entschuldigung akzeptiert, vor allem, weil sie ja weiß, dass wir noch bis vor drei Wochen uns jeden Abend so viel zu erzählen hatten. Hab dich fei vermisst! Juti, bin dann mal weg, den anderen n Gruß von mir, bye.” “Byebye!” Ich legte auf. Das Handy musste echt froh sein, eine Pause zu bekommen.
In einer Pause der Proben gab ich Tom sein Handy zurück und richtete den Gruß aus. Dann zog ich Bill ein Stück weg und fragte: “Was glaubst du das Tom von Sarah hält? Ich will nicht das ihr wehgetan wir. Kannst du mal mit ihm reden?” “Ja gut. Aber dann kümmern wir uns wieder um unsere Beziehung ok?” Er ließ seine Hände bis zu meinem Po gleiten und drückte mich mit einem Ruck näher an sich ran. “Hm ja … wenn du meinst...” versuchte ich möglichst unbeteiligt und gelangweilt zu antworten. “Hey!” rief er und kitzelte mich. “Jaja, ist ja gut”, kicherte ich, “Und je eher du mit Tom redest, desto eher können wir deinem Plan nachgehen!” “Das ist ein Argument!” “Ja, ich freu mich!”
Nach dem zweiten Teil der Probe sah ich, wie Bill Tom beiseite nahm. Ich machte mich auf den Weg zum Catering und wartete. 10 Minuten später kam er, zum Glück alleine, auf mich zu. “Und?” fragte ich sofort. “Nich so ungeduldig!” Er setzte sich zu mir, küsste mich und sagte dann: “Sieht aus, als hätte deine Freundin gute Chancen nich verletzt zu werden.” Ich fiel ihm um den Hals. “Oh danke, danke. Und was hat er sonst noch so gesagt?” “Das sie die erste ist, mit der er sich ein richtige, längere Beziehung vorstellen könnte. Und ob du mich geschickt hättest ihn zu fragen.” “Uupps…!” “Ja, hab ihm die Wahrheit gesagt, kann meinen Bruder ja nicht anlügen!” “Klar. Oh man, das ist ja super. Sarah befürchtete schon nur eine Nacht gewesen zu sein. Das freut mich echt. Da müssen wir was machen. Ich hab auch schon einen
Plan…”

In diesem Moment kamen die anderen rein und stürzten sich auf das Essen. Während ihrer Anwesenheit, besonders der von Tom, konnte ich Bill nicht von meinem genialen Plan erzählen, Tom mit Sarah zu verkuppeln. Nach dem Abendessen mussten die Jungs noch zahlreiche Interviews für ansässige Zeitungen und Radios geben, bei denen ich als Praktikantin für den Managerjob dabei sein durfte. Natürlich drehten sich jeweils die ersten Fragen um Bill und mich, aber wirklich was neues bekamen sie natürlich nicht zu hören. Zwischendurch konnte ich zwar Bill nichts erzählen, dafür aber David. Er war von meinem Vorhaben nicht gerade begeistert, wollte jedoch nicht, dass es Tom genauso geht, wie Bill in den zwei Wochen, bevor ich mit auf Tour war. Und er wollte Toms Glück auch nicht im Weg stehen, also stimmte er zu. Als die Interviews zu Ende waren, war es nur noch eine halbe Stunde bis zum Konzert, was Ruhezeit für die Band hieß. Ich würde also erst nach den Konzert mit Bill reden können. Ich beschloss trotzdem schon mal bei Sarahs Mutter anzurufen, weil ich ja wusste, dass Sarah nicht zu Hause war, aber es ging nur der Anrufbeantworter dran und da rauf zu sprechen war mir zu riskant.
Während des Konzerts blieb ich Backstage und half dort etwas mit. Aber immer wenn Bill kurz von der Bühne kam, stand ich bereit. Nach der letzten Zugabe und anschließend noch mal auf die Bühne gehen und verabschieden, war es endlich soweit. Anstatt mit den anderen in den Privatraum zu gehen, suchte ich mir mit Bill eine stille Ecke, in der wir uns zusammenkuschelten. Dann erzählte ich ihm von meinem Plan und er war begeistert. “Ist ja auch etwas eigennutz dabei, was?” “Nein!” Er sah mit tief in die Augen. “Na gut, vielleicht ein kleines bisschen ganz viel, ja!” “Kann ich auch verstehen. Also ich find die Idee echt gut. Wann soll das Ding denn steigen?” “Wenn alles klappt in vier Tagen. Es gibt noch ein bisschen was zu organisieren, immerhin soll es ja eine Überraschung für die beiden werden.” “Ja, da musst du noch ein bisschen was machen, aber das wird schon klappen, ganz sicher. Der Plan ist perfekt! Ich glaub, wir müssen jetzt wieder zurück zum Hotel.”
Er hatte Recht, wir wurden schon erwartet. Wir fuhren in getrennten Wagen und trafen uns erst wieder einige tausend Autogramme später drinnen. Uns wurden die Zimmer zugeteilt, David sagte noch, dass wir am nächsten Tag spätestens gegen zehn losmüssten, dann hatten Bill und ich endlich Zeit für uns. Wir gingen erstmal duschen und dann ohne umschweife weiter ins Bett. Ich hatte ja immerhin ein Versprechen einzulösen…
Der nächste Tag begann trotzdem viel zu früh. Die Nacht war, im Sinne von Schlafenszeit, extrem kurz geworden, sodass ich es gar nicht fassen konnte, als David kurz nach neun an die Türe klopfte. Bill gab mir einen aufmunternden Kuss und sagte: “Wir können ja nachher im Bus noch etwas schlafen.” Ich gab ihm recht und wir standen auf um uns fertig zu machen. Während Bill noch im Bad stand, versuchte ich erneut Sarahs Mutter zu erreichen. Und sie ging ran. Ich erklärte ihr die Lage und von meiner Idee. Sie war zwar nicht ganz überzeugt, ob es gut sei, willigte aber dennoch ein.

Und zwei Tage später, einen früher als geplant, ging es los. Wir waren unterwegs zum nächsten Konzert und Tom telefonierte mal wieder mit Sarah. Sein Gesicht verdüsterte sich, sie hatte es ihm wohl erzählt. Sarah müsse den Rest ihrer Ferien zu ihrer Oma und da habe es kein Telefon und mit dem Handy keinen Empfang. Es war wirklich schrecklich das mit anzusehen und zu hören. Aber wir konnten ja nichts sagen und so viel es uns nur schwer ein Lachen zu verkneifen. Derweil fuhr der Bus von der Autobahn ab, was Gustav und Georg sehr irritierte und Tom bekam davon nichts mit, Bill und ich grinsten uns zu. Eine halbe Stunde später rief ich bei Sarahs Mutter an, um ihr zu sagen, dass wir gleich da wären. Ich führte das Telefonat flüsternd das niemand etwas hörte, außer Bill vielleicht. Sarah und Tom telefonierten immer noch. Weitere fünf Minuten später hielten wir vor einem Haus und ich verließ den Wagen. Gustav und Georg waren verwirrter denn je, Tom bekam immer noch nichts mit und Bill grinste mir weiterhin zu. Ich klingelte an der Haustüre. Von drinnen hörte ich rufen: “Sarah geh mal, ich kann grad nicht!” “Ich auch nicht!” Trotzdem öffnete sich kurz darauf die Türe und Sarah stand vor mir, mit ihrem Handy am Ohr. “Bereit?” fragte ich grinsend.