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Davor standen schon Unmengen von Fans, die auf den Einlass warteten. Da war ich echt froh, dass ich einen guten Backstage-Platz hatte. Wir fuhren um die Halle rum, an den Fans vorbei und gingen zum Hintereingang rein. Drinnen konnte ich Bill schon singen hören, die anderen spielten. Dann sagte Bill was und alle hörten auf. Wir gingen weiter durch den Backstage-Bereich der Halle und schließlich rein. Es war ein gigantisch großer Raum. Ich bekam schon bei der Vorstellung bammel ein Wort auf der Bühne sagen zu müssen, wenn die Halle voll war. In dieser Hinsicht bewunderte ich echt alle Künstler. Und der Raum würde heute noch sehr voll warten, das war ja zu erwarten bei ausverkauft. Ich lehnte mich gegen die erste Absperrung vor der Bühne und sah hoch. Bill diskutierte gerade mit einem Mann und hielt ihm sein Mikrofon hin. Er sah so süße aus, wie er da stand und auf den Mann einredete. Dann drehte er sich plötzlich um, als hätte er bemerkt, dass ich ihn beobachte, sagte noch etwas zu dem Mann, drückte ihm das Mikrofon in die Hand und kam dann zu mir her. Er sprang von der Bühne runter und umarmte mich. “Schön dass du endlich da bist!” “Wieso? Wie lang bist du denn schon da?” “Wir sind schon fast zehn Minuten am Proben. Ich hab dich sooo vermisst.” “Oh du bist süß. Ich dich auch!” Da rief David. “Bill zurück auf die Bühne. Wir sind sowieso schon hinter unserem Zeitplan. Ann, du kannst das ganze von hinter der Bühne anschauen. Auf jetzt ihr zwei!” Und schon wieder musste ich mich von Bill verabschieden. Es war schrecklich. Mit einem letzten Blick zu Bill, der schon wieder bereit oben stand, machte ich mich auf den Weg nach hinten. Dort konnte ich allerdings nur die Hälfte von dem sehen, was auf der Bühne geschah, sodass ich mir bald einen bequemeren Raum suchte. Über eine Stunde später kamen Bill und die anderen zurück und wir gingen zusammen ins Catering. Weil dort viel zu viele Fremde waren, wurden Bill und ich mal wieder gebeten die Finger voneinander zu lassen. Also führten wir ein Gespräch, das viele scheinbar zufällige Berührungen zuließ. Die anderen brauchten ewig zum Essen, ich war allerdings schon nach einigen Bissen satt. Seit diesem Moment weiß ich, was es heißt, sich von der Liebe zu ernähren. Leider war es aber ein ungeschriebenes Gesetz, dass alle solange sitzen blieben, bis der letzte fertig war. Zwischendurch fragte mich David, ob ich das Konzert lieber von einem Platz auf einer der Tribünen, also in der Halle, verfolgen wolle oder doch lieber Backstage. Darauf wusste ich keine Antwort. Ich war ja leider auf noch keinem Konzert gewesen, also schon gerne Halle, allerdings wär ich auch gern da, wenn Bill von der Bühne kommt. Ich blickte ihn fragend an und glücklicherweise nahm er mir die Entscheidung ab. “Ich würde dich schon gerne sehen, wenn ich auf der Bühne bin!” “Also gut, dann Tribüne!” sagte ich zu David. “Gute Entscheidung! Ich kann dich nämlich wahrscheinlich nicht bei jeden Konzert in der Halle unterbringen! Dann könnt ihr zwei jetzt kurz verschwinden. Aber Ann, spätestens eine halbe Stunde vor Konzertbeginn solltest du auf deinem Platz sitzen, da darf die Jungs eh niemand mehr stören. Und jetzt zischt ab ihr beiden, ihr könnt es ja fast nicht mehr aushalten!” Den letzten Satz hatte er geflüstert, so dass nur wir ihn hören konnten. Bill und ich sprangen auf und rannten zu den Privaträumen.
Ich sah auf die Uhr. “Toll, wir haben nur noch zehn Minuten!” “Na dann lass uns mal keine Zeit verlieren”, sagte er und zog mich hinter sich her auf die Couch. Er setzte sich und zog mich auf seinen Schoß. Dann küsste er mich, wir kuschelten und schmusten. Kurz bevor ich gehen musste, fragte ich: “Bist du aufgeregt?” “Ja, weil du da sein wirst!” Er küsste mich. “Und du?“ “Ja klar, is ja mein erstes!” “Ah”, sagte er und wir küssten uns wieder, da kamen auch schon die anderen ins Zimmer gestürmt. “Ann, du musst gehen!” “Ja ich weiß. Viel Glück euch.” Dann wandte ich mich noch schnell zu Bill. “Ich liebe dich, mein Schatz *schmatzer*.” Ich ging zur Tür und drehte mich noch mal rum. “Bye ihrs, bis gleich!”
David wartete vor der Türe schon ungeduldig auf mich. Er führte mich in die, inzwischen schon rappelvolle Halle, auf die Tribüne nahe der Bühne, mit einem perfekten Blick darauf! Ich sah mich auf der Tribüne um. Lauter Fans mit Plakaten und voll geschmierten Gesichtern, aber das neben mit kam mir bekannt vor. Ich sah sie mir eine Weile genau an und auch sie drehte sich um, um zu sehen wer neben ihr saß. “Hay!” sagte ich, sie auch. Dann wusste ich wer sie war. “Sarah?”

“Ja”, antwortete sie, “und wer … Ann? Was machst du denn hier? Is ja geilo dich zu sehen!” “Meine Eltern haben’s doch erlaubt. Toll oder?” “Aber warum bist du dann gerade hier? Das is doch voll ewig weit weg von dir!” “Erzähl ich dir später und noch so viel mehr!” “Ja, das is mir klar, du hast dich ja schon seit drei Wochen nicht mehr gemeldet. Und glaub bloß nicht, ich hab das mit der Zeitung nicht mitbekommen!” “Schh leise das muss net jeder wissen! Des war mir schon klar. Hast du danach noch Zeit?” “Jo, für dich doch immer … oh … schhh … ich glaub es geht los!”
Tom kam auf die Bühne und Sarah kreischte gleich los “Da isser, mein Tomüüü. Ich liebe dich!” Doch das hatte er natürlich nicht mitbekommen, da die ganze Halle jetzt in immer lauteres Gekreische verfiel. Dann kam Georg und fing an zu spielen und schließlich Gustav. Irgendwann fing Bill an zu singen und kam etwas später auf die Bühne. Er sah so unglaublich aus, da auf der Bühne, wie er der Menge zuwinkte und dann zu mir hoch. Ich konnte das Mädchen neben Sarah schreien hören “Habt ihr das gesehen? Bill hat mir gerade gewunken! Wie geil ist das denn?” Ich grinste in mich rein, dann widmete ich meine ganze Aufmerksamkeit dem Konzert.

Als es aus war, kam ich wieder einigermaßen zu mir. Während die anderen Fans Richtung Ausgang strömten, bat ich Sarah noch einen Moment mit mir sitzen zu bleiben. Da sagte sie nicht nein, immerhin war sie ja neugierig auf das, was ich ihr zu erzählen hatte. Als sich die Lage oben einigermaßen beruhigt hatte, sagte sie. “Man, das war ja mal genial!!! Hast du schon mitbekommen, dass Bill eine Freundin hat?” “Ja, freut mich für ihn!” “Man hätte könnte doch meinen, dass du etwas enttäuscht bist, nachdem du ihn vor drei Wochen SO kennen gelernt hast.” Ich grinste sie an, doch sie schien nichts zu verstehen. Ich überlegte. Ihr konnte ich es doch sagen, oder? Also stand ich auf und nahm ihre Hand. “Komm ich will dir jemanden vorstellen!” Ich zog sie in den Backstage-Bereich. “Ann, wir können hier doch nicht einfach her!” “Doch können wir. Uns hat doch keiner der Security-Typen aufgehalten oder? Außerdem ist, wen ich dir vorstellen will, hier.” Wir kamen vor dem Aufenthaltszimmer der Band an. Ich sah zu Sarah, die sich unsicher umschaute. Die muss man auch zu ihrem Glück zwingen, dachte ich. Dann drückte ich die Türklinke runter, von Sarah kam ein verängstigtes quieken, aber das war mir egal, ich wusste ja was ich tat. Und ich war mir sicher, dass sie spätestens in einer Minute ausrasten würde vor Freude. Ich öffnete die Türe und linste rein. Da saßen sie alle vier zusammen und total geschafft. Ich zog Sarah rein. Sie blieb wie erstarrt stehen. Ich nahm wieder ihre Hand und schob sie weiter ins Zimmer. “Hey, darf ich vorstellen? Das ist Sarah eine gute Freundin von mir. Sarah das sind Bill, Tom, Georg und Gustav auch besser bekannt als Tokio Hotel.” Dann flüsterte ich ihr zu, “los ran an den Speck, sie beißen nicht!” Dann wieder lauter zu Bill. “Hey Schatz, du warst klasse … ihr alle natürlich *g*” Sarah wandte sich zu mir: “Du bist die … Die … oh man … peinlich … da hät ich auch gleich drauf kommen können!” Sie umarmte mich kurz dankbar, dafür, dass ich sie hier her gebracht hatte, dann setzten wir uns zu den Jungs. Während ich mir Bill beschäftigt war, bombardierte sie die anderen drei mit Fragen.
Kurze Zeit später kam David ins Zimmer, “Jungs, Ann macht euch fertig, in kürze geht’s zum Hotel. Ähm … und wer ist das?” Ich antwortete: “Das ist Sarah, sie saß gerade neben mir. Keine Sorge wir kennen uns schon länger!” “Ok, will sie mit ins Hotel?” “Würde das gehen? Das wär super wir haben uns so viel zu erzählen! Super, danke.” Also war die Sache beschlossen. Sarah würde mit mir und David zu Hotel fahren. Ich sagte Bill schnell tschüs, dann ging ich mit Sarah schon mal zum Wagen. Wir redeten die ganze Fahrt durch, besser gesagt ich redete und sie hörte mir zu. Im Hotel redeten wir weiter und ich führte sie direkt in das Zimmer von Bill und mir. Sarah und ich redeten weiter. Wir waren gerade mit dem gröbsten durch, als sich die Tür öffnete. “Oh man so viele Fans waren noch nie vor unserem Hotel. Die waren wohl alle drauf aus, dich zu sehen”, sagte Bill, als er reinkam. Er ging zu mir “Hey Schatz, hey … Ähm … Sarah, richtig?” “Ja, hey!”
Jetzt kam auch Tom ins Zimmer. “Hey ihr drei. Ah Sarah, du bist ja auch da, schön. Erzähl mal, wie lange kennst du denn unsere Ann schon?” Bill sah Tom überrascht an, nicht nur das er sich an ihren Namen erinnern konnte, er stellte ihr auch noch eine ganz normale Frage ohne jedes Macho-Getue und klang zudem noch interessiert! Sarah sah mich an. “Ungefähr ein halbes Jahr, per Internet! Aber die letzten drei Wochen hat sie sich nicht mehr gemeldet. Jetzt weiß ich ja sicher warum. Davor war’s nur Ahnung!” “Jaja, unsere zwei Turteltäubchen können auch einfach nicht voneinander lassen. Aber ich find’s toll, dass sie mit auf Tour durfte. Bill war ja nicht mehr auszuhalten.” “Ja das ist schon echt geil für sie! Also, ich muss jetzt erstmal sagen: Ihr macht einfach super Musik und es ist einfach nur geil, dass ich jetzt hier bei euch sein kann und mit euch reden. Und ihr seid mal so ganz anders, als ich dachte.” “Danke!” sagte Bill. “Ist das jetzt gut oder schlecht?” “Guuuud!” sagte Sarah.
Dann steckte auch mal wieder David den Kopf zur Türe rein. “Zeit zu schlafen. Morgen geht’s allerspätestens um halb acht los! Husch, husch in die Betten mit euch!” “Gute Nacht Tom, bye Sarah, war schön dich mal zu sehen”, sagte ich zu den beiden. Sie sagte auch “Gute Nacht”, Sarah umarmte mich schnell, dann verließen sie gemeinsam das Zimmer. “Ich geh mal schnell duschen”, sagte Bill. “Gut, ich wird dann schon ne Weile ins Bett. Beeil dich, ich warte!” Ich legte mich hin und war auch schon eingeschlafen. Was für ein Tag!