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Ich drehte mich um und da stand Bill. Er grinste mir zu und zog mich dann durch die Türe, durch die er gerade gekommen war. “Die Besenkammer, wie originell!” sagte ich kichernd. Dann wurde ich wieder ernst. “Wenn das so weiter geht, werden wir noch richtig Ärger bekommen!” “Das ist mir grad mal egal”, sagte Bill und küsste mich. Da war es mir auch egal.
Nach fünf Minuten musste Bill schon wieder gehen. “Keine Sorge, das bleibt unser Geheimnis!“, grinste er, dann war er weg. Ich bleib noch eine Weile auf einem Putzeimer sitzen, dann verließ ich die Kammer auch. Ich ging zurück zum Vorbereitungsraum, wo ich mir mit David das Interview anhöre wollte. Ich kam gerade rechtzeitig. David hatte das Radio schon angemacht und sie wurden gerade angesagt. Ich setzte mich dazu, bis die Frage aller Fragen kam. “Seid ihr Jungs denn immer noch Solo?” “Jap”, antwortete Tom. “Nur Bill hat sein Herzblatt gefunden!” Ich konnte mir Toms Checkergrinsen in dem Moment bildlich vorstellen. Doch der Moderator war jetzt an Bill interessiert. “Das freut mich für dich Bill. Willst du uns etwas über sie erzählen? Kennen wir sie vielleicht?” Nette Andeutung, dachte ich. Bill antwortete indessen “Danke schön, aber da gibt es nichts zu erzählen. Sie will nicht in der Öffentlichkeit stehen und ich bitte alle, das zu respektieren!” Oh Bill! Ich hatte Tränen in den Augen, wofür ich gleich wieder einen strengen Blick von David erntete. Wir waren nicht allein im Raum. Der Moderator versuchte währenddessen noch einige Informationen aus Bill herauszulocken. “Ich liebe sie und das ist alles was ich zu diesem Thema noch sage!” waren Bill letzte Worte dazu in dem interview. Ich konnte mich nicht mehr zurück halten. Mir lief eine Trän über die Wange. Damit niemand im Raum etwas bemerkte, raunte ich David schnell “Toilette” zu und schon verließ ich den Raum. Auf der Toilette ließ ich meinen Tränen freien Lauf. Auch wenn viele es nicht wussten, so wusste doch ich es. Wusste, von wem Bill gesprochen hatte. Und er hatte es getan, was er am Morgen noch gesagt hatte. Er hatte der ganzen Welt gesagt, das er mich liebt. Ich war so gerührt von seinen Worten, dass ich mich nur ganz allmählich wieder beruhigte. Ich spülte mein Gesicht mit kaltem Wasser ab, bis ich einigermaßen zufrieden war und die Spuren des Weinens nicht mehr allzu deutlich zu sehen waren. Dann erst ging ich zurück in den Vorbereitungsraum. Es lief gerade ´Rette Mich’.

Kurz vor zwei Uhr war das Interview beendet. Wir gingen zurück raus in die Autos. Jetzt beim gehen gaben die Jungs keine Autogramme mehr. Wir fuhren zu McDonalds, wo wir direkt in einen Nebenraum geführt wurden, der vom Restaurant etwas abgeschottet war. Ich setzte mich neben Bill. Zu meiner Verwunderung sagte David nichts dagegen. Ich begrüßte ihn mit einem langen Kuss, aus dem wir gleich wieder unsanft gerissen wurden, als das Essen kam. “Nicht das euch jemand von draußen sieht!”, sagte David. “Jaja”, sagte Bill und ich. Bill wollte mir gerade ein Pommes in den Mund stecken, als er mich durchdringend ansah. “Hast du geweint?” “Ich … äh … ja, ein bisschen.” “Warum denn?” Er nahm mich in den Arm. Ich kuschelte mich rein und sagte “Ach wegen … Wegen dem was du im Interview gesagt hast.” “Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit!” sagte Bill und küsste mich. “Hey Mädels. Weiteressen!” kam es genervt von Tom. Ich warf eine Pommes zu ihm rüber, dann widmete ich mich wieder dem Essen. Jetzt wo es vor mir stand, merkte ich erst, wie hungrig ich war.
Nach dem Nachtisch, Bill und ich hatten zusammen einen Milchshake getrunken, woraufhin Tom wieder die Augen verdreht hatte, war es höchste Zeit zu dem Einkaufszentrum zu fahren. Wir wurden wieder aus dem McDonalds rausgeführt, aber davor hatte ich Bill natürlich noch einmal ausführlich geküsst. Wir stiegen wieder getrennt in die Wagen und fuhren los.
Wir waren viel zu spät dran, weswegen die Jungs nicht mehr auf ihr Interview vorbereitet werden konnten und unverrichteter Dinge auf die Bühne mussten. Sie wurden auch gleich ‘Backstage’ geführt. Jetzt standen David und ich alleine in dem großen Einkaufszentrum. Mitten drinnen war eine mittelgroße Bühne aufgebaut, vor der einige Stuhlreihen aufgebaut waren und dahinter viel Platz für Stehplätze. Ich setzte mich mit David in die erste Reihe, wo extra Stühle für uns freigehalten worden waren. Dann kam auch schon der Moderator raus und sagte: “Wir haben lange darauf gewartet und uns auf sie gefreut. Jetzt sind sie endlich da: The one and only TOKIO HOTEL!”

Hinter mir lautes kreischen und vor mir kam die Band auf die Bühne. Sie begrüßten den Mann mit einem Handschlag und setzten sich dann. “Wow, hier ist ja ganz schön was los!” sagte der Moderator, als sich die Masse einigermaßen beruhigt hatte. Die Jungs nickten zustimmend mit dem Kopf. “Gleich vorneweg”, redete der Moderator weiter, “dürfte allen hier anwesenden bekannt sein, dass noch zwei Karten für das Konzert heute Abend verlost werden -” wieder lautes kreischen, “- jeder der Jungs wird sich jetzt zwei Kandidaten aus dem Publikum dahinten raussuchen, die dann später ihr wissen und können über die Band unter Beweis stellen müssen. Also ich bitte euch nun…” er machte eine ausladende Handbewegung und sie standen auf, gingen von der Bühne und zu den kreischenden Fans und suchten sich jeder zwei aus. Sie wurden hinter die Bühne geführt, während die Band wieder auf der Bühne Platz nahm. “Und nun zur spannendsten Frage des Tages. Bill, du hast eine Freundin?”. “Ja!” antwortete Bill glücklich grinsend. “Und Deutschland hat tausende gebrochene Mädchenherzen mehr.” “Wir haben immer gesagt, dass wir nicht ewig solo bleiben würden und bei mir ist das jetzt eben soweit. Ich hoffe nur das unsere Fans sich für mich freuen.” “Willst du uns sonst noch was sagen?” “Ja schon. Respektiert ihre Privatsphäre, bitte!” Doch der Moderator bohrte weiter. “Ich erinnere mich an Fotos in der Zeitung von vor drei Wochen…” “Über uns sind viele Fotos in der Zeitung, na und?” sprang jetzt Tom ein. Der Moderator schaute zu David runter, der jetzt kaum merklich, aber bestimmt, den Kopf schüttelte. Damit war das Thema vorbei und der Moderator ging zur Tour über. Ich lehnte mich entspannt zurück, das war gerade noch mal gut gegangen.
Nach einer viertel Stunde ausfragen, wurden die acht Kandidaten auf die Bühne geholt. Sie wirkten nervös. Der Moderator erklärte noch mal allen um was es ging. Die sechs Mädchen und zwei Jungen sollten zuerst einige Fragen rund um TH beantworten. Dazu wurden sie in zwei vierer Gruppen geteilt. Die zwei aus jeder Gruppe, die die Frage als erste richtig beantwortete, kam eine Runde weiter. Die vier Kandidaten die danach noch übrig waren, ein Junge und drei Mädchen, wurden dann vor ein Mikrofon gestellt. Dort sollten sie ihr Lieblingslied singen, natürlich von Tokio Hotel. Der Junge nahm ’Thema Nummer 1’, das erste Mädchen ’Rette Mich’, das zweite ’Durch Den Monsun’ und das dritte ’Wenn Nichts Mehr Geht’. Sie sangen jeweils den Kehrvers. Dann beriet sich die Band im Hintergrund. Zum Schluss entschieden sie das das zweite Mädchen, das ’Durch Den Monsun’ gesungen hatte, gewinnen solle. Dafür durfte sie noch einmal zusammen mit Bill eben diesen Kehrvers singen. Es gefiel mir nicht besonders, wie dieses Mädchen den Arm um ihm legte und ihn an sich drückte. Naja da musste ich durch. Ich spürte kurz seinen Blick auf mir ruhen, aber ich durfte nicht aufsehen, denn auch David beobachtete mich. Dann war es vorbei und der Moderator verabschiedete sie mit einer letzen Frage, was sie jetzt noch machen würden. Gustav antwortete: “Wir werden uns wohl hier noch etwas umsehen und dann müssen wir ganz dringend zur Halle zum Soundcheck.” “Ok, dann auf Wiedersehen und schön das ihr da ward. Viel Spaß noch hier und viel Erfolg heute Abend. Tschüs!” Er klatschte in die Hände und alle anderen Zuschauer stimmten mit ein. Die Jungs gingen winkend von der Bühne.
David stand auf und sagte zu mir. “Du hast noch eine viertel Stunde hier, dann treffen wir uns wieder am Eingang und gehen. Falls du dir was kaufen möchtest...” Ich stand auf und stürzte mich ins Getümmel der anderen Einkäufer. Ich schlenderte an den Schaufenstern vorbei, bis ich in einem Laden ein wirklich schickes Top sah. Ich ging rein, schnappte es mir und verschwand in eine Umkleide. Plötzlich wurde es laut vor dem Laden. Das konnte nur eins bedeuten. Ich blickte durch den Vorhand. Draußen, vor dem Laden, dessen Türen jetzt geschlossen waren, stand Filip vor Unmengen an kreischenden Mädchen. Und direkt an dem Kleiderständer neben mir stand Bill. Ich streckte meine Hand nach draußen, griff nach ihm und zog ihn zu mir rein in die Umkleide. “Hey!” sagte ich. “Hey!” sagte er, “Schick siehst du aus!” Ich sah an mir runter. Ich war noch gar nicht dazu gekommen das Top anzuziehen und stand noch im BH da. “Danke!” sagte ich, dann nahm ich das Top zog es an und fragte Bill, wie es aussieht. “Gut, aber so sieht’s noch besser aus.” Und er zog mir das Top wieder aus. “Haha. Ich glaub, ich nehm’s trotzdem.” Ich küsste ihn.
“Bill?” hörten wir es von draußen. “Bill bist du da drin?” Ratsch war der Vorhang offen. Tom bekam große Augen. “Uupps, sorry. Lasst euch von mir nicht stören.” Und mit einem Blick auf mich “Nett!” Ich zog den Vorhang wieder zu und wir hörten Tom von draußen sagen. “Bill, wir müssen wieder raus. Ann, du wartest noch kurz, oder?” “Jaja!” sagte ich und kam Bill den wohl tausendsten Abschiedskuss für den Tag. Dann war er wieder weg. Während sich der Lärm der hysterischen Fans draußen allmählich legte und sich der Laden allmählich wieder füllte, zog ich das Top noch einmal an und beschloss schließlich es mir zu kaufen. Ich hoffte nur, das niemand bemerkte, dass ich aus der selber Kabine kam, in der Bill eben noch gewesen war, ohne nach ihm rangegangen zu sein, seit er raus gegangen war. Ich bezahlte schnell und eilte dann zum Eingang. Die viertel Stunde hatte ich bestimmt schon wieder überschritten. David wartete schon auf mich. “’tschuldigung!” presste ich raus. “Macht nichts. Die anderen sind schon weg.” Wir gingen zum Auto und fuhren zur Halle.